Dieser Blog ist für Reiseberichte gedacht, die weiter von Karlsruhe weg sind als unser üblicher Fahrradradius, so daß sie nicht mehr zum Blog Karlsruhe und Umgebung passen.
Das Gelände ist so groß, daß man sich fotografisch gar keinen Überblick darüber
verschaffen kann, sofern einem nicht die Möglichkeit eines Lufbildes zur Verfügung
steht. So zeige ich hier vornehmlich kleine Details.
Das Krematorium wurde von den Nazis gesprengt, daher liegt er nur noch als Ruine da.
Niemand von den Befreiern sollte sehen, was die hier getrieben haben. Aber das
Grauen ist so groß, das kann man nicht in Gänze verbergen.
Wir halten eine kurze Gedenkzeit, ehe wir nach Auschwitz
zurück fahren, um uns dort beim Essen das Projekt des Friedenszentrums erklären
zu lassen.
Mit dem Bus fahren wir wieder zurück nach Krakau ins Hotel. Am Abend fahren wir
wieder ins jüdische Viertel, um dort im Klesmerhaus bei musikalischer Unterhaltung
zu Abend zu essen.
Vom Ortsrand, wo die Grundsteinübergabe
für das Friedenszentrul statt fand fahren wir gemeinsam mit der Delegation aus Magdeburg
dann zum ehemaligen KZ Auschwitz I. In zwei gemeinsamen Gruppen werden wir durch
das Lager geführt. Es ist riesig. Wir können nicht alles ansehen, dafür ist es zu
groß. Was man sieht, ist grauenvoll. Es ist gut, Auschwitz gleich jetzt nach
Atlit gesehen
zu haben, um sich des Unterschieds bewußt zu werden.
Über dem Tor des Lagereingangs steht der zynische Spruch "Arbeit macht frei". Den
Gefangenen hat die Arbeit dennoch nicht die Freheit, sondern den Tod gebracht.
Das Gelände des Stammlagers Auschwitz I war vor seiner Zweckentfremdung als Konzentrationslager
eine Kaserne. Aus diesem Grund gab es schon sehr viel Eisenbahninfrastruktur sowie
jede Menge Gebäude in Backstein. Holzbaracken gibt es hier zwar auch, aber bei
den gesehenen Gebäuden sind sie klar in der Minderheit. Wir waren auch in keiner
der Holzbaracken drin, so daß ich nicht sagen kann, wie diese genutzt wurden.
Auf dem Lageplan ist die Lage der 3 Konzentrationslager Auschwitz I, in dem wir
uns gerade befinden, Auschwitz II Birkenau, das wir später noch besuchen werden,
und Auschwitz III Monowitz, das wir nicht besuchen, wo aber die Buna-Werke der
IG-Farben mit den Zwangsarbeiten den großen Reibach machte, gut zu sehen. Auch hier
erahnt man schon, daß das Lager Auschwitz II Birkenau größer zu sein scheint als
der Ort Auschwitz, was sich später beim Blick auf die Satellitenkarte auch bestätigt.
In der Fortsetzung des Modells nach links, die hier nicht zu sehen ist, schließen
sich an die hier zu sehenden Krematoriumsräme, die Umkleide und Duschräume, in denen
die Vergasung stattfand, an.
In den Dosen befand sich das Zyklon B, das in Reaktion mit dem Wasserdampf der
Luftfeuchtigkeit das Giftgas freisetzt, mit dem man die Menschen feige ermoderte.
Nicht minder gruselig waren riesige Berge an Haaren, die man den Ermordeten abscherte,
um daraus Wolldecken aus Menschenhaar zu fertigen, riesige Berge an Brillen und
Prothesen, sowie Koffern, Zähnbürsten, Eßbesteck und sonstigem Raubgut, das man den
Ermordeten geraubt hatte.
Wenn ich mich recht erinnere, dann befindet sich dieser Tisch und die nachfolgenden
Decken im sogenannten Todesblock, dem Block 11, in dessen Keller sich die berüchtigten
Stehzellen befinden. Der Zugang zu einer solchen Stehzelle, deren Grundfläche weniger als
1 m2 betrug, war eine kleine Tür auf Bodenhöhe enger als eine
Backofentür. Durch dieses kleine Loch mußten sich 4 oder mehr Erwachsene Menschen
quetschen um dann in der finsteren Zelle mit nur einem einzigen winzigen Luftloch
je nach Lust und Laune der Mörder bis zu ihrem Tod zu stehen.
An der schwarzen Wand wurden die Häftlinge erschossen. Zuvor mußten sie sich nackt
ausziehen, um möglichst auch noch des Rest an Würde beraubt zu werden.
Der Trennzaun mitten durch das Lager trennt wahrscheinlich Männer und Frauen. Da
man beim Fotografieren der Führung nicht ständig am Rockzipfel bzw. den Lippen
kleben kann, kriegt man auch nicht alles mit, was erklärt wird.
Die Verbrennungsöfen waren der Mordlust nicht gewachsen, weshalb der Mörder Rudolf
Höß die Menschen auch auf offenem Fld auf riesigen Scheiterhaufen verbrenne ließ,
so daß der Flammenschein und die Rauchsäule schon aus Kilometern Entfernung zu sehen
war.